Depeche Mode

Wenn DM Jahr für Jahr ihren Namenstag feiern, dann sind bereits mehr als 1/4 Jahrhundert seit der ersten Geburtstagstortenkerze vergangen. Dieses für Bands fast biblische Alter ist an sich schon erwähnenswert, doch Depeche Mode haben mehr zu bieten als nur ein hohes Alter. Nachdem Dave und Co. infolge vieler Hochs und Tiefs von Kritikern oft todgesagt wurden, konnten sie in 2005 mit "Playing the Angel" ihr elftes Album (Compilations und Live-Alben nicht mitgerechnet) veröffentlichen. Und keines gleicht dabei dem anderen.

Die ersten Jahre

Begonnen haben die aus Basildon (etwa 50 km östlich von London liegend) stammenden Depeche Mode ihre Karriere 1981 mit der Single "Dreaming Of Me" und dem darauf folgenden Album "Speak & Spell". Damals war Vince Clarke noch der Songschreiber und die Lieder waren Elektropop in Reinkultur. Ihr größter Hit aus dieser Zeit war "Just Can't Get Enough", der auch heute noch durch die Diskos geistert.


Nachdem Vince Clarke 1981 die Band verließ, um kurze Zeit später mit Yazoo, dann mit The Assembly und schließlich mit Erasure die Hitparaden zu entern, entschieden sich Depeche Mode, dass Martin L. Gore in Zukunft die Songs schreiben soll. Eine Entscheidung die, aus der Not heraus geboren, nicht besser hätte sein können. Als Trio nahmen Depeche Mode nun ihr zweites Album "A Broken Frame" auf.


Die Texte und Melodien von Martin Gore waren im Gegensatz zu denen von Vince Clarke ruhiger, atmosphärischer und düsterer. Die tatsächliche Qualität von Martin L. Gore war aber erst auf dem darauf folgendem Album "Construction Time Again" richtig zu hören, denn die Produktion des 82er-Albums stand unter Zeitdruck, und Martin griff deshalb auf Texte zurück, die er bereits in seiner Schulzeit geschrieben hatte - wenn man so will, war "A Broken Frame" eine Art "späte Pubertät", die aber fraglos Klasse hatte und hat.



Neue Pfade

Das 83er-Album "Construction Time Again" war ein Richtungswechsel. Ein Neuanfang. Wieder als Quartett (Alan Wilder wurde nach Probezeit Mitglied) schuf die Band mit diesem Album einen Meilenstein. Die Songs wurden experimenteller. Erstmals benutzten Depeche Mode einen Sampler, der es ermöglichte, Geräusche aufzunehmen, und sie in verschiedensten Tonhöhen wiederzugeben. "Pipeline" wurde komplett mit gesampelten Umweltgeräuschen (U-Bahn, Küchengeräte, Pingpong-Ball) eingespielt. Das war für die damalige Zeit revolutionär, und Depeche Mode wurden in einem Atemzug mit Bands wie Kraftwerk oder Einstürzende Neubauten genannt. Die Band begann, sich ein Image aufzubauen: Schwarze Kleidung und ernste Posen waren der erste Schritt. Mit "People Are People" vom 84er-Album "Some Great Reward" hatten Depeche Mode ihren ersten Nummer Eins-Hit. Die darauf folgende Single war "Master & Servant", die sich mit der SM-Thematik auseinandersetzte. Martin Gore brillierte inzwischen nicht mehr nur mit perfekten, düsteren Songs, sondern er gefiel sich auch in der Rolle des Paradiesvogels. Schwarz lackierte Fingernägel, viel Make-up und ausgefallene Kleidung machten den Blondschopf zur umstrittenen Figur unter den Fans. Der Song "Blasphemous Rumours", ebenfalls vom 84er-Album, gelangte bei einigen Sendern wegen Gotteslästerung auf den Index. Nach einer Singles-Compilation "Catching Up With Depeche Mode" (1985) schuf die Band 1986 mit dem Album "Black Celebration" ihr wohl düsterstes Werk. Ihre Musik hatte inzwischen eine Komplexität, die es ermöglichte, eine Atmosphäre zu schaffen, die auf der einen Seite schwer und erdrückend und andererseits labil und zerbrechlich wirkte. Die Texte über Lust, Verlust, Verlangen und Tod tun ein Übriges und fügten sich hervorragend ins Ganze. Das optische Erscheinungsbild der Vier wurde von immer mehr Anhängern der Band kopiert. Sie alle trugen Schwarz, Leder oder wenigstens eine enge weiße Hose, wie Sänger Dave Gahan. Dies hat sich bis heute, teilweise für die Band selbst sogar unerklärlich, wohl gerade in Deutschlanf erhalten.



Die Marke Depeche Mode


Die Regie zum Videoclip von "A Question Of Time" (Black Celebration) führte erstmals der Holländer Anton Corbijn. Dieses kann als erneuter Wendepunkt der Band gesehen werden, denn Musik-Videos wurden immer mehr Image-Macher von Musikern, und mit Anton Corbijn hatten Depeche Mode einen Meister dieses Faches gefunden. Er schuf zusammen mit der Band ihr gesamtes Erscheinungsbild - bis heute. Depeche Mode machten sich mit edlen Fotografien, kunstvollen, meist schwarz-weißen Videoclips und seltenen Interviews zu einem exklusiven Markenartikel - weniger ist oft mehr.


Mit "Music For The Masses" (1987) wurden Depeche Mode nun auch in den Staaten groß. Bis dahin hatten sie, wie andere Elektro-Bands auch, eher einen Independent-Status, denn es dauerte lange, bis die Amerikaner akzeptierten, dass eine Band auch ohne Schlagzeug und Bass funktionieren kann. Ihr Markenartikel-Konzept wurde mit diesem Album perfektioniert: Auf dem Cover von Music For The Masses war ein Megaphon abgebildet. Diese Megaphon wurde nun in verschiedenen Formen dargestellt (stilisiert, als Piktogramm, etc.) und in alle Produkte (Singles, Videos, T-Shirts) der Music For The Masses-Zeit eingebaut -- man kann sagen, es wurde damit das "3-Streifen-Logo" von Depeche Mode. Ihr legendäres, letztes Konzert (vor 75.000 Fans) der "Concerts For The Masses"-Tour ließen sie vom Regisseur D.A. Pennebaker verfilmen, und brachten den Film in einige Kinos -- ihr bislang einziger Flop. Kein Flop hingegen war das Live-Album des Konzerts, benannt nach der Anzahl der Auftritte der Tournee - nämlich "101". Das Bild auf dem Cover des Albums war wieder einmal etwas Besonderes, denn zu sehen war nicht etwa die Band, sondern Poster der Band, die an einem Merchandisingstand hingen. Ein weiterer Schritt von der Band zum Kunstobjekt




Im Namen der Rose

Mit ihrem darauf folgenden Album "Violator" (1990) lieferten sie Elektropop in Vollendung ab. Darauf befinden sich u.a. das rockige "Personal Jesus" (welches wieder mal auf dem Index landete), der Chartbreaker "Enjoy The Silence" und das fiebrige "World In My Eyes". Violator ist nun schon über fünfzehn Jahre alt, und trotzdem für viele Bands aus diesem Genre noch der Maßstab. Das Sirenen-Markenzeichen wurde hier durch eine Rose ersetzt und ähnlich konsequent eingesetzt wie beim Vorgänger. Nach der Welttournee gönnte sich die Band eine längere Pause und kehrte 1993 zurück -- mit einem Paukenschlag, nein - mit gleich Zweien. Zum einen hatte die Gitarre in der Musik von Depeche Mode an Bedeutung gewonnen, und ihre Vorab-Single "I Feel You" war eine echte Elektro-Rocknummer mit für die Band ungewöhnlich harten Riffs. Zum anderen hatte sich die Optik von Frontmann Dave Gahan enorm gewandelt: der einst adrette Bursche mit ordentlich rasiertem Nacken und gepflegtem Äußeren war nun ein hagerer Kerl, übersät mit Tattoos und strähnigem, schulterlangem Haar. Die Fans stürmten, trotz dieser einschneidenden Veränderungen, wie nie zuvor in die Plattenläden, um sich das Album "Songs Of Faith And Devotion" (1993) zu kaufen.

Das Album wurde Nummer 1 in Großbritannien, USA, Deutschland und zahlreichen anderen Ländern und sorgte dafür, dass Depeche Mode auch live gefragt waren, wie zu keiner Zeit vorher. Depeche Mode kamen ihrer Verpflichtung nach und gingen auf eine 14-monatige Tournee mit 156 (!) Auftritten. Das böse Erwachen kam nach dieser Tortur: Die Mitglieder waren physisch und psychisch dermaßen ausgebrannt, dass alle vier in ärztliche Behandlung mussten. Sänger Dave Gahan versank bald darauf im endgültigen Drogen-Aus, Alan Wilder verließ die Band und alles deutete sehr darauf hin, dass die CD zur Tour "Songs Of Faith And Devotion-Live" wohl das letzte Album der Band sein würde.

Die Rückkehr als Trio


Doch Depeche Mode gaben sich nicht auf und veröffentlichten 1997 mit "Ultra" das kaum noch für möglich gehaltene Comeback. Das viel zu häufig benutzte Wort "Comeback" passt in diesem Zusammenhang wirklich: Sänger Gahan war nach einem Drogencocktail Mitte der 90er-Jahre ein paar Minuten klinisch tot! Zum Trio geschrumpft und frei von illegalen Drogen kehrten Depeche Mode zurück. Das Album Ultra ist ein reifes, perfektes Werk einer Band, die musikalisch keine Hemmungen mehr hatte und sich auch mal bei Country oder Gospel bedient. Verständlicherweise hatte die Band noch nicht wieder die Kraft und den Mut auf Tournee zu gehen, und so mussten sich die Fans bis 1998 gedulden, denn dann kam der zweite Teil ihrer "Singles-Compilation" (86-98) inklusive des neuen Songs "Only When I Loose Myself" auf den Markt, und die Band tourte wieder. Einer der wesentlichen Gründe für den langanhaltenden Erfolg von Depeche Mode sind die ungewöhnlich treuen Fans. Die Qualität ihrer Musik und die Tatsache, dass Depeche Mode nie einem Musiktrend gefolgt sind, sondern viel mehr eigene begründeten, erklärt sicherlich diese lange Anhängerschaft, jedoch nicht ausschließlich. Auch die perfekte Marketingstrategie der Band spielt hier eine Rolle, denn sie verstanden es und versteht es bis heute, zu jeder Neuerscheinung ein völlig neues Bandstyling zu kreieren. Dadurch wirken Depeche Mode zu keiner Zeit angestaubt oder unmodern, und bleibt als Band und als Produkt interessant.




Erreger 2001

20 Jahre nach den ersten Synthie-Fiepsern - präsentieren sich Depeche Mode abgeklärt, reif und erfahren. Ihr letztes gemeinsames Werk "Exciter" geht, entgegen den Erwartungen vieler, wieder weg von den Saiteninstrumenten, sondern bietet viele, noch nie gehörte elektronische Sounds, die man mit ein wenig gutem Willen durchaus Fiepser nennen könnte - und so schließt sich der Kreis. Im Herbst 2001 kehren sie wieder auf deutsche Bühnen zurück, und dort wird man sich sicherlich davon überzeugen können, dass Depeche Mode auch nach zwei Jahrzehnten im Pop-Biz weiterhin zu den richtig Großen gehören.

Auf Solopfaden

2003 und 2004 sind die Jahre der Soloprojekte von Martin und Dave. Im April 2003 veröffentlicht Martin L. Gore sein neues Album "Counterfeit²" und präsentiert sich im April erstmals solo bei zwei Konzerten. Das Album ist das zweite in seiner "Counterfeit" betitelten Serie von Coverversions-Alben mit denen Martin L. Gore an seine musikalische Helden von damals und heute erinnert.

Nach dem phänomenalen Erfolg von "Exciter" und einer umjubelten Tour 2001 (die auf der erfolgreichsten Musik-DVD "One Night in Paris" eindrucksvoll dokumentiert ist), hat sich Martin L. Gore eine Auszeit von Depeche Mode genommen und einer seiner großen Leidenschaften gefrönt: der geniale Songwriter hat ein Album mit Coverversionen seiner "all time favourite songs" aufgenommen, so wie er es bereits vor 14 Jahren mit der EP "Counterfeit" getan hat. Entstanden ist sind 11 radikal überarbeitete Coverversionen von Stücken von Lou Reed, Iggy Pop, Nick Cave And The Bad Seeds, Kurt Weill, David Essex und John. Wie "Counterfeit²" beweist, bewegten sich Martins Teenager-Vorlieben offenbar ziemlich unbefangen zwischen Kultlegenden und Chart-Pin-ups.

Aber auch Dave Gahan stigt aus dem Schatten von Martin und veröffentlicht Anfang 2003 seine erste Soloplatte "Paper Monsters". Zur musikalischen Unterstützung holt er sich seinen New Yorker Kumpel und Multi-Instrumentalisten Knox Chandler ins Studio, der schon mit R.E.M. und Siouxsie & The Banshees musizierte. Als Produzent der Debutscheibe fungiert Ken Thomas, der bereits als Soundmann bei Sigur Rós in Erscheinung trat. Das Ergebnis trägt den Titel "Paper Monsters" und steht ab dem 2. Juni im Laden, kurz davor erscheint die Vorabsingle "Dirty Sticky Floors". Vom elektronischen Sound seiner Hauptband sollen Gahans Songs stark abweichen. Vielmehr scheinen seine jazzig, bluesigen sowie rockigen Vorlieben in den Kompositionen deutlicher zum Tragen zu kommen. Die Songs handeln von spirituellen Kräften, die den Sänger seit seiner erfolgreichen Drogen-Entziehungskur 1996 täglich begleiten. Der Song "Stay" ist der Geburt seiner Tochter Stella Rose gewidmet. Dave Gahan stellt seine Geschichte zur Überwindung von Ängsten in Zusammenhang mit dem aktuellen Weltgeschehen: "Das ist wie das, was jetzt gerade in der Welt passiert: Es ist Leiden. Wir werden mit Angst bombardiert. Ich hoffe, dass wir wieder kreativ sein und in Frieden leben können". Seine Musik soll nicht zu verschnörkelt und kompliziert zu hören sein, gleichzeitig aber auch nicht zu vorhersehbar. Als musikalische Vorbilder nennt Gahan die Rolling Stones und David Bowie in seiner früheren Zeit. Sein neues Material stellt er im Juni und Juli auf Europas Bühnen live vor. Die Platte und die Tour ist ein derartiger Erfolg, dass Gahan weitere Zusatzkonzerte im Herbst 2003 anhängen muss.


Pain and Suffering with Mr. Feather

Langsam aber stetig gehen die Gerüchte, dass es trotz aller Trennungsgerüchte eine neue Platte geben könnte. Nach mehr als vier Jahren kreativer Pause als Depeche Mode freut sich Mute im Frühjahr 2005 vermelden zu dürfen, dass die Herren Gahan, Gore und Fletcher tatsächlich in trauter Eintracht unter der Sonne Kaliforniens an neuen Songs werkeln.
Mitverantwortlich für die gute Stimmung ist der neue vierte Mann, Produzent Ben Hillier, der in der Vergangenheit bereits an Alben von Blur ("Think Tank"), Elbow ("Cast Of Thousands"), U2 ("Pop") und Suede ("Head Music") beteiligt war. Zitate gibt es auch: "Es ist ein wunderbares Gefühl, wieder zusammen im Studio zu sein und wir sind alle begeistert vom neuen Material", so Gahan. Und: "Wir haben ein unglaublich gutes Gefühl, was das neue Album betrifft.


Ben Hillier hat eine ganz neue Dynamik in die Band gebracht, die wir sehr inspirierend finden." Auf einer Pressekonferenz im Juni 2005 in der Düsseldorfer LTU Arena verrät die Band, dass das neue Studioalbum "Playing the Angel" im Oktober 2005 erscheint.





Gleichzeitig wird auf der Presse-Konferenz bekannt gegeben, dass sich kurz darauf die "Touring The Angel" in Amerika und Europa anschließt. 2 der Konzerte sollen auch in der LTU Arena Düsseldorf stattfinden.

Ab November 2005 startet die Band Ihre Tour in Amerika und kommt Anfang 2006 nach Dresden, um die Europatournee fortzusetzen. Depeche Mode werden überall frenetisch gefeiert. Und über den schier unglaublichen Erfolg Ihrer bis August 2006 andauenden "Touring The Angel" Tournee können sich DM nur freuen. 2006 soll dann auch das Jahr der Remaster-Releases werden. Alle seit 1981 veröffentlichten LP´s werden sukzessive digital nachbearbeitet und als 5.1 Version auf den Markt kommen. Auch die 4 Singles-Auskopplungen der "PTA" sind Riesenerfolge und können sich gut in den Charts plazieren. Depeche Mode sind zurück. Vielleicht erfolgreicher als je zuvor.
Insgesamt war es ein fantastisches 2006 mit unzählig eindrucksvollen Konzerten und Veröffentlichungen. Unumwunden verdienen die Jahre 2005 und 2006 den Titel der erfolgreichsten Jahre in der Bandgeschichte. Zumindest liefern sie einen Beweis mehr, dass Depeche Mode auch nach 26 Jahren Bandgeschichte die "Massen" mehr als nur begeistern kann. Doch nicht nur das! Mit "Playing the Angel" und den unzähligen Liveauftritten der vergangenen zwei Jahre sind jede Menge neue Fans dazugekommen. Kein Wunder also, dass das erste Best-Of-Album gleich an die Spitze der Charts stürmte.

New Oldstars was born!

2007 sollte es zwar etwas ruhiger um Depeche Mode selbst werden - auf Neues Material musste die „Gemeinde“ dennoch nicht verzichten. Denn neben dem Best OF Volume 1 als limitiertes 12″-Vinyl oder als 3-fach LP und DVD, konnten wir auch die Frischzellenkur weiterer, nicht minder spannend erwarteter Remaster-Releases bestaunen. So setzte EMI nicht nur die Reihe der remasterten Alben auf CD+DVD fort, sondern veröffentlichte in 2007 auch zahlreiche Alben in einer aufwendig gestalteten Edition als Deluxe-Heavy-Vinyl im Klappcover.





Zur Begeisterung vieler Anhänger, die immer noch über den Bandaustritt von Wilder trauern, macht Alan mit der Veröffentlichung seines mittlerweile fünften Studioalbums auf sich aufmerksam. Denn nach bekanntlich langen sieben Jahren Pause erschien am 6. Juli 2007 mit “subHuman” die neueste LP des Soundtüfftlers. Alan gibt sich auf dem Longplayer gewohnt experimentell, düster und elektronisch.

Das Recoil-Werk besticht vor allem durch seine bluesige Note, die dem Album eine einmalige Atmosphäre verleiht. aber es ist auch politischer als die vorherigen Alben „Hydrology“, „Bloodline“, „Unsound Methods“ und „Liquid“.Gemeinsam mit Paul "PK" Kendall (Engineer und Sounddesigner) und Hepzibah Sessa (Wilders Ehefrau und persönliche Assistentin) machte er sich daran, das Album noch vor den Weihnachtsferien abzumischen. Im Februar 2007 entstand ein Mix im 5.1 Surround Sound.

Eine ambitionierte und bahnbrechende Erweiterung des traditionellen Albumformats - und das Ergebnis ist eine allumfassende Atmosphäre, die den Hörer einhüllt und es ihm ermöglicht, die cineastische Qualität und die Effekte, aus denen jeder einzelne Song besteht, ganz auszukosten. Wilder ist und bleibt ein Meister darin, ganz verschiedene und eklektische musikalische Stilrichtungen und häufig kontroverse Themen zu mischen. So ist auch "subHuman" wieder ein Album mit einer komplexen klanglichen Bilderwelt und kraftvollen Dynamik geworden.

MUTE RECORDS, wer weis das nicht, ist Tonkunst für die Massen, aber auch für Randgruppen, welcher das Label zur 30jährigen Geschichte mit der Veröffentlich der “MUTE AUDIO DOCUMENTS” eine ausführliche Retrospektive widmet. Von Selbstbeweihräucherung fehlt bei der 10-CD-Box, welche sämtliche Singles aus den frühen Jahren 1978-1984 und jede Menge rares Material versammelt, dennoch jede Spur. MUTE ist sich seines musikhistorischen Wertes, seiner Geschichte und der Bedeutung seiner Künstler bewusst. Zusammenfasst ist es vielmehr eine längst überfällige Werkschau für Freunde von Musik, denn…GUTE MUSIK IST BESSER !

Das Jahr 2007 wird auch das Jahr für Dave Gahan und seine Zweite Soloplatte. Ende Juli meldete er sich mit einem Videogruss aus den 11th Floor Studios in New York an seine Fans zurück und verkündete, dass die Arbeiten am 2. Soloalbum "HOURGLASS" fast beendet seien. Die Aufnahmen fanden in New York statt, wo Dave die neuen Songs zusammen mit Christian Eigner (Drums) und Andrew Phillpott (Guitars) schrieb und produzierte. Abgemischt wurde das Album bereits im Juli von Tony Hoffer, welcher schon für BECK, AIR und die KOOKS arbeitete.
Am 19. Oktober 2007 hatte das Warten ein Ende. Fast auf den Tag genau sechs Monate, nachdem Dave über ein neues Album berichtete, ist "HOURGLASS" im Handel erhältlich. Dabei ist die Platte alles andere als eine Fortsetzung von “Paper Monsters”. Elektronischer und facettenreicher ist es geworden. Dave hatte sein zweites Album voller Vielseitigkeiten und emotionaler Gewichtigkeit geschaffen. Anstatt einer Ansammlung von hochstilistisch und aalglatt prodizierten Songs, wirkt die Musik wie eine direkte Weiterleitung der Gefühle, die Gahan versucht auszudrücken. Sie sind erstaunlich direkt, überhaupt nicht doppeldeutig. Das unheimlich schöne, gospel-angehauchte „Saw Something" eröffnet das Album.


Hourglass ist eine Seelenreise. In „Kingdom" bekennt er, dass „Ruhm mir nicht viel bedeutet", während sicher ist, daß er sich nicht von seinen miesen inneren Konflikten distanziert. Bei „Use You" lässt er bissig seine beträchtliche Empörung über die Menschen im Allgemeinen heraus, und besonders über sich selbst. Und bei „Down", der wahrscheinlich bekennenste Song des ganzen Albums, summt er resigniert, „Ich fühle mich so alt," während er eingesteht, dass „Unten am Boden dort ist, wo ich angebunden bin, um zu verenden." Aber mit Hourglass hat er sich nicht nur wieder tapfer seinen Dämonen gestellt, er hat ebenso den größten seiner Feinde identifiziert: die Zeit ansich. Und hat schlussendlich ein wenig Frieden mit ihr geschlossen.
Alles in allem ein gelungenes Projekt und damit ein erfolgreiches Jahr mit gleichfalls durchschlagendem Solodurchbruch von Dave, der längst aus dem Schatten von Martin L. Gore als bislang einziger, unumstrittener Songschreiber getreten ist. Auf eine Tour verzichtet er jedoch und macht damit den Weg frei für die Aufnahmen der Band für eine neues Album.


ein neues Universum für Depeche Mode !

Mitte 2008 gab Depeche Mode die Trennung von ihrem US-Label Warner Music (Sire/Reprise) bekannt. Alle neuen Veröffentlichungen werden nun weltweit bei Mute Records (EMI) erscheinen.

Depeche Mode arbeiten von März bis Dezember 2008 an "Sounds of the Universe". Das zwölfte Studioalbum „Sounds of the Universe“ wurde in Deutschland am 17. April 2009 veröffentlicht, kurz zuvor erschien die erste Single-Auskopplung „Wrong“. Am 21. Februar 2009feiert die erste SIngleauskopplung "Wrong" ihre Premiere beim ECHO 2009 in Berlin. Erneut, nur 4 Jahre nach "PTA" kann Depeche Mode fenomenale erfolge mit ihrem neuen album feieren. Die Airplay-Premiere von "WRONG" bei allen Radiosendern erfolgte am selben Abend. Der Titel erreichte Platz 2 der deutschen Single-Charts.

Damit haben zur Zeit nur noch die Beatles mehr Top Ten Platzierungen in Deutschland als Depeche Mode. Das Album erreichte in 21 Staaten darunter in Deutschland, in Österreich und der Schweiz in der ersten Woche nach Erscheinen Platz 1 der jeweiligen Albumcharts. Die zweite Single „Peace“ erschien am 12. Juni 2009.

Von Mai 2009 bis Februar 2010 befinden sich Depeche Mode auf Welttournee. Die „Tour of the Universe“ startete am 10. Mai in Tel Aviv, Israel – ein Aufwärmkonzert fand vier Tage zuvor in Esch-sur-Alzette, Luxemburg statt. Aufgrund einer Erkrankung von Dave Gahan kam es jedoch zu einigen Konzertabsagen und Terminänderungen. Eine schwere Gastroenteritis am Tag des Konzerts in Athen führte zu dessen Absage. Bei weiteren Untersuchungen wurde ein bösartiger Blasentumor entdeckt, der bei einer Operation in Gahans Heimatstadt New York erfolgreich entfernt werden konnte. Da Gahan aber auf ärztliche Anweisung noch bis zum 7. Juni pausieren sollte, mussten alle 15 Konzerte in diesem Zeitraum (darunter vier in Deutschland) verschoben oder abgesagt werden.


Die Tour wurde mit dem Konzert am 8. Juni in Leipzig fortgesetzt.
 

Quelle: http://www.modesite.de